Ausbildung

Trauern in Gemeinschaft /
Community Grief Facilitation

…einjährige berufsbegleitende Fortbildung

ab 27. November 2019 bis 22. November 2020

 

Diese Weiterbildung ist den vielen Alltags-HeldInnen unserer Zeit und den Kindern und Kindeskindern der Zukunft gewidmet – damit sie auch im Angesicht vieler Scherben und großer Aufgaben nicht verzweifeln, sondern mit Liebe, Gelassenheit, Zuversicht, Lebensfreude und Mut ihren Weg gehen können – zum Wohle aller Wesen. 

 

Wir leben in Zeiten tiefgreifenden Wandels und großen Schmerzes über den Zustand der Erde und der Menschheit. Immer mehr Menschen werden sich dessen gewahr, und leiden unter den vielen tatsächlichen und drohenden Verlusten für die natürliche Lebensgemeinschaft. 

In dieser Weiterbildung besinnen wir uns auf die komplexe menschliche Fähigkeit des Trauerns, als eine von der Natur geschenkte, uns innewohnende Kraft, auch mit schwersten Schicksalsschlägen gesund umzugehen – die wir jetzt gerade vielleicht mehr denn je brauchen.

Die Ursprünge unserer Arbeit

Seit 2011 konnten wir das Trauern in Gemeinschaft durch die kraftvollen Rituale unserer Lehrerin Sobonfu Somé, die in Burkina Faso in Westafrika aufgewachsen war, erleben und erlernen.

Mit ihrem Scheiden aus dieser Welt hat sie uns den Auftrag hinterlassen, eigene Wege des Trauerns in Gemeinschaft zu finden und zu kultivieren.

Trauern ist eine komplexe, völlig natürliche, angeborene Fähigkeit des Menschen, schwere Verluste und schlimmes Leid seelisch heil und gesund zu überstehen. In Gemeinschaft zu trauern kann ein Schlüssel dafür sein, auch große Schicksalsschläge und überwältigende kollektive Trauer zu verarbeiten und – statt Bitterkeit, Aggression oder Lähmung zu erfahren – geläutert oder sogar gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

In dieser Weiterbildung beschäftigen wir uns damit, was Trauern bedeutet, warum es so wichtig ist und auf welche Weisen es Körper, Geist und Seele, unseren zwischenmenschlichen Beziehungen und letztendlich über den einzelnen Menschen hinaus unserer gesamten Gesellschaft gut tun kann?

Wir haben unsere eigenen Erfahrung mit gemeinschaftlichem Trauern nach Sobonfu Somé mit den Erkenntnissen der modernen Neuro-Psychologie, und mit inspirierenden Überlieferungen von Traditionen des Notfeuers oder Heiligen Feuers verbunden, die man in Europa und anderen Teilen der Erde finden kann.

Aus unserem eigenen jahrelangen Erleben, Lernen und Verstehen lernen des Trauerprozesses, konnten wir ein Format entwickeln, das authentisch hier und heute mitten in Mitteleuropa gehalten werden kann: das Trauer-Feuer.

Das Trauer-Feuer kann:

  • tiefes Trauern ermöglichen und dadurch heilsam sein
  • die Teilnehmenden tief mit sich selbst und mit einander verbinden
  • Alt und Jung einbeziehen, und für Menschen aus allen möglichen Lebenswirklichkeiten und Hintergründen wirken
  • leicht vermittelt und (mit dieser oder ähnlicher Ausbildung als Grundlage) sicher und wirkkräftig durchgeführt werden.

Zudem lassen sich alle in der Ausbildung erfahrbaren und erlernbaren Grundlagen des Trauerns auch in anderen Kontexten (ohne Feuer und ohne rituellen Rahmen) nutzen, beispielsweise

  • emotional berührenden Gruppenkontexten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen – wie Schule, Kindergarten, Workshops, Seminare, Weiterbildungen
  • Firmen/Organisationen in denen MitarbeiterInnen mit eigenen Verlusten oder den Verlustsituationen der ihnen anvertrauten Menschen konfrontiert sind (Krankenhaus, Hospiz, Feuerwehr u.v.a.m.)
  • psychotherapeutischer Begleitung
  • in der Jugendhilfe/Jugendarbeit
  • im familiären Kontext, auch in Pflegefamilien

Die Ausbildung 

Die Ausbildung beginnt mit deiner Teilnahme an unserem Trauer-Feuer im November 2019. Hier kannst du in der Rolle der Teilnehmenden selbst hautnah erleben, wie unsere Arbeit gestaltet ist und wie sie wirkt.

Danach folgen vier Ausbildungsblöcke sowie Integrations- und Vertiefungsaufgaben für die Zwischenzeiten. Wir werden dir schriftliche Unterlagen der Lerninhalte zur Verfügung stellen und es wird Möglichkeiten geben, telefonisch in Kontakt zu bleiben.

In dieser Zeit kannst du alles von uns lernen, was du brauchst, um selbst Trauer-Prozesse in deinem eigenen beruflichen und/oder privaten Kontext zu halten und zu begleiten.

Gern unterstützen wir dich auch nach der Weiterbildung dabei, in Kontakt zu bleiben und gemeinsam mit anderen Menschen, die Trauer-Prozesse begleiten, darüber im Austausch zu sein, welche Fragen, Herausforderungen und Möglichkeiten in eurer Trauer-Begleitungs-Arbeit auftauchen und wie diese sich weiterentwickeln kann?

Für wen ist diese Ausbildung? 

  • BegleiterInnen von Sterbenden und deren Angehörigen, sowohl im professionellen oder ehrenamtlichen Kontext (Hospiz, Bestattungsunternehmen), als auch im privaten Raum
  • Gemeinschafts-WeberInnen
    (Menschen die privat oder über ihre berufliche Tätigkeit andere zusammenbringen, beispielsweise im Rahmen von Kindergärten, Schulen, Bildungsunternehmen, bei Camps, Kursen, in Vereinen, Intentional Communities, Netzwerken oder Initiativen)
  • WegbereiterInnen für individuelle oder kollektive Transformation und Heilung
    (AktivistInnen, TherapeutInnen, Coaches, BeraterInnen,…)
  • Und für jede/n den es einfach interessiert! 🙂

Mögliche Einsatzgebiete für Trauer-Begleitung können sein:

  • im Todesfall
  • bei schlimmen Krankheitsdiagnosen
  • nach verlustreichen Katastrophen (bspw. Wohnungsbrand)
  • nach Trennung
  • nach traumatischen Erlebnissen (bspw. Körperverletzung, Vergewaltigung, Raubüberfälle)
  • nach politischen oder gesellschaftlichen Katastrophen (auch kleineren Ausmaßes)
  • als Teil eines Erneuerungsprozesses, zur Gemeinschaftsförderung und Unterstützung der Mitwirkenden innerhalb von Organisationen und Gruppierungen
  • als freie, öffentliche Rituale oder Ritual-Workshops
  • als regelmäßige heilsame Zusammenkunft für Menschen, die unter Trauer über den Klimawandel und über die vielen anderen menschengemachten Naturkatastrophen leiden
  • uvm.

Zugangsvoraussetzungen

Es gibt für diese Ausbildung keine Zugangsvoraussetzungen.

Erfahrung mit Naturverbindung, Ritualarbeit, und Verbindungskultur/Circlewise Leadership sind von Vorteil, ebenso eine Teilnahme an bisherigen Trauer-Ritualen, sowie eine persönliche Beziehung zur Trauer und zum Trauern.
Inhalte und Form der Ausbildung sind intensiv und erfordern v.a. während der Präsenzveranstaltungen großen Einsatz von dir – ein klares “Ja” dafür von deiner Seite ist eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Absolvieren der Ausbildung.

Bestandteile der Ausbildung

Trauerbegleitung

  • Aspekte der Trauer und des Trauerns aus Psychologie, Neuropsychologie, Mythologie, Philosophie, Geschichte
  • Bedeutung und Wirkungsweise des natürlichen Trauerns auf Körper, Verstand, Seele und Geist
  • Hintergründe für die positiven Wirkungen des Trauerns auf das Verarbeiten von Verlusten und das Transformieren von seelischem Schmerz zu Gestaltungskraft im persönlichen Leben und in der Welt
  • Ursachen für Einschränkungen des natürlichen Trauer-Vermögens und der Trauer-Prozesse und deren Auswirkungen auf den Umgang mit Verlusten
  • Methoden zur Stärkung des Trauer-Vermögens, bei der 1:1 Begleitung von Menschen und in Gruppenzusammenhängen, insbesondere
    • Bedeutung eines sicheren Rahmens
    • Empathie und Selbst-Mitgefühl
    • Achtsamkeit und Meditation
    • Körperarbeit
    • uvm.
  • Beispiele für den Umgang mit spezifischen Verlustsituationen: Sterbefall, Unfälle, Katastrophen, Trennung, Gewalt, Krieg u.a.
  • Das Rad des Lebens und damit einhergehende Verluste und Phasen von Trauer
  • Unterstützung von Trauer-Prozessen bei Kindern

Grundlagen Ritualarbeit

  • Grundlagen und persönliche Praxis für Naturverbindung
  • Zugänge zu Intuition und innerer Führung
  • Verbindung zu geistigen Kräften
  • Sicheres und kraftvolles Halten eines rituellen Raumes
  • Umgang mit Ängsten und Unsicherheit
  • Verantwortungsvoller und gesunder Umgang mit eigenen Bedürfnissen, Ego und spiritueller Energie
  • Auswirkungen und Nachwirkungen von Ritualen verstehen und begleiten
  • Arbeit mit rituellem Feuer – Vorbereitung, Rahmen und Durchführung

Feuerkunde

  • Zur Geschichte der Ritualfeuer in Mitteleuropa und anderen Teilen der Welt
  • Praxis des Entzündens durch Reibung
  • Praxis des Feuerhütens
  • Brandschutz und erste Hilfe

Veranstaltungen leiten

  • Grundlagen für die Planung und Durchführung von Trauer-Feuern (und anderen Veranstaltungen) auf Basis natürlicher Muster, allein und im Team
  • Raum halten für Vielfalt
  • Handwerkszeug um Musik und Lieder wirkungsvoll und verbindend anzuleiten
  • Respektvoller Umgang mit Brauchtums-Elementen anderer Kulturen
  • Praktisches Knowhow rund um Trauer-Feuer Veranstaltungen
  • Einführung ins Counseling/1:1 Begleiten von Teilnehmenden und Helfenden/Team

Sowie

  • viel Praxis im gemeinsamen Entzünden, Hüten und Gestalten von unterschiedlichen rituellen Feuern während der Präsenzworkshops
  • Zwischenzeit-Aufgaben zur Integration des Gelernten
  • je eine Telefonkonferenz im Winter 2019/20 und im Sommer 2020
  • Aufnahmen einzelner Lehreinheiten
  • Schriftliche Unterlagen zu vielen der Themen zum Nachlesen
  • Teilnahme, Reflexion und im Verlauf Mit-Gestaltung beim Circlewise-Trauer-Feuer-Workshop
  • Vernetzung mit anderen Trauer-Feuer Ritual-LeiterInnen
  • und vieles mehr…

Weiterbildungs-Leitung

Elke Loepthien

…ist Gründerin und Verbindungsweberin von Circlewise, außerdem Naturverbindungsmentorin, Diplom Ingenieurin (FH) für Landschaftsnutzung und Naturschutz mit Spezialisierung in ganzheitlicher Umweltbildung und ausgebildete psychologische Beraterin.

In den USA und Europa erlernte sie unter anderem am Regenerative Design Institute Theorie und Praxis von „Cultural Mentoring“ und „Regenerative Community Design“ – das bewusste Gestalten und Begleiten von lebendiger, naturverbundener, sich selbst erneuernder Kultur.

Sie leitet Weiterbildungen in Wildnis- und Natur-Kultur-Pädagogik, in naturverbundener Ritualarbeit und das Circlewise Leadership Training.  

Elke erlernte das Entwickeln und Durchführen von naturverbundenen Ritualen vor allem von der aus Burkina Faso stammenden und im Januar 2017 verstorbenen Ritual-Hüterin Sobonfu Somé,

Die von ihr begleiteten Rituale sind authentisch, zeitgemäß und ermöglichen es auch in der heutigen Zeit, weitab von traditionellem Dorf- oder Stammesleben, die Kraft der Gemeinschaft zu wecken und lebendig erfahrbar zu machen.    

Sie konzipierte mit Hingabe und Achtsamkeit, basierend auf ihren Erfahrungen mit Sobonfu Somé, das Trauer-Feuer als wirkkräftiges Gemeinschafts-Trauer-Ritual für unsere Zeit.

Aaron Gerwert

…ist Naturverbindungs-Mentor und Mystiker. Er war Gründer und bis 2016 Leiter der Wildnisschule Reineke, wo er unter anderem Waldläufer-Banden und Familien-Camps konzipierte und begleitete.

Eine schwere Krankheit führte ihn in die Tiefen des Mensch-Seins, und damit auf eine intensive Spurensuche und Beschäftigung mit zahlreichen ganzheitlichen Heilmethoden und Entwicklungs-Wegen für Seele, Geist und Körper, und so auch mit dem Trauern. 

Aaron war viele Jahre als Begleiter in einer Wohngruppe von Menschen mit besonderen Bedürfnissen tätig, er ist Absolvent des Internationalen Permaculture Design Certificate Courses und des Circlewise Leadership Trainings, und inzwischen Co-Leiter von Circlewise. 

Mit Achtsamkeit, Einfühlungsvermögen und herzlichem Humor begleitet er Menschen durch Wachstumsprozesse.  Seine Musik, die aus seiner tiefen, authentischen Verbindung mit der Natur erwächst, berührt und inspiriert.

Gastlehrerin

Susanne Fischer-Rizzi 

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Susanne ist Spezialistin für Phytotherapie, in Deutschland die Pionierin der Aromatherapie und für uns eine der Hüterinnen unserer kulturellen Wurzeln in Mitteleuropa.

Sie absolvierte nach dem Studium der Philosophie eine mehrjährige Ausbildung zur Heilpraktikerin und lernte danach einige Jahre bei Kräuterheilkundigen, Schamanen und Schamaninnen im In- und Ausland.
Sie studierte insbesondere ayurvedische und tibetische Kräuterheilkunde in Indien wie auch indianische Heilkunde in Nordamerika.
Die taoistische Philosophie und Weise sich mit der Natur heilsam zu verbinden, lernte sie bei ihrem Lehrer, dem Taoisten Gia Fu Feng. Seit langem praktiziert sie die chinesische Bewegungsmeditation Tai Chi.  Sie verfügt außerdem über eine langjährige Erfahrung auf dem Weg der Weisen Frauen.

Zur Zeit übt Susanne hauptsächlich eine Lehrtätigkeit in der von ihr gegründeten Schule ARVEN – Schule für Heilpflanzenkunde, Aromatherapie und Wildniswissen aus. Als gefragte Expertin hält sie Seminare, Workshops und Vorträge zum Thema Aromatherapie und Heilpflanzenkunde im In- und Ausland. Bisher sind von ihr 14 Bücher über Pflanzenheilkunde, Aromatherapie und zum Thema Mensch, Tier und Wildnis erschienen. Ihre Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden.
Zahlreiche Radio- und Fernsehsendungen haben sie einem großen Publikum bekannt gemacht.
Susanne Fischer-Rizzi sieht sich als Lehrling der Natur, als Vermittlerin zwischen Mensch und Wildnis. Mit ihrer Arbeit möchte sie dazu beitragen, das durchtrennte Band zwischen Mensch, Tier und Pflanze wieder neu zu knüpfen, um so die Heilung von uns und der Natur gleichermaßen zu fördern. Sie lebt im Allgäu.

Susanne wird uns während der Ausbildung am 04. April besuchen und von ihrem Wissen über die Traditionen des Heiligen Feuers und Notfeuers in Mitteleuropa mit uns teilen.

Wenn du nur für diesen Tag mit dabei sein möchtest, melde dich gern direkt im Seminarbüro im Lindenhof, hier über deren Kontaktformular.

Termine

Beginn der Ausbildung ist der 27. November 2019

27.11. – 01.12. 2019 (öffentlicher Trauer-Feuer-Workshop, Schloss Tempelhof)

02.-05. April 2020

30. April bis 03. Mai 2020

10.-13. September 2020

15.-18. Oktober 2020

18.-22.11.2020 (öffentlicher Trauer-Feuer-Workshop, Schloss Tempelhof)

(Für diese Ausbildung ist es wichtig, bei allen Terminen mit dabei zu sein. In Ausnahmefällen (Schwangerschaft, Unglücksfälle in der Familie, Krankheit) können einzelne Termine nach Absprache nachgeholt werden.) 

Veranstaltungsort

Das Seminarhaus Lindenhof ist ein wunderbar friedlicher Ort inmitten der Natur. Ausgehend vom Luftkurort Möhringen am Rande der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald über dem Tal der jungen Donau gelegen führt ein drei Kilometer lang ansteigender Waldweg raus aus dem Alltag ins Reich der Natur und dem Himmel ein Stück näher. Umgeben von Wald, auf einer Hochebene von etwa 900m Höhe gelegen, liegt der Lindenhof, ein Einzelanwesen mit lauschigen Plätzchen im weitläufigen Gartengelände und Obstwiesen.

Der Lindenhof verfügt über baubiologische Einzelzimmer und Doppelzimmer, die frei von Funksmog sind. Alle Mahlzeiten stammen aus der hauseigenen vegetarisch-biologisch-regionalen Küche mit eigenem Granderwasser.

Teilnahme

Kursgebühr: zwei Raten zu je 1.245 €

  • inkl. Materialien und schriftliche Unterlagen, Intranet-Zugang für Austausch, und zwei Telefonkonferenzen,
  • zuzüglich Unterkunft und Verpflegung am Lindenhof.

Im Interview über das Trauern – hier geht’s zum Gespräch mit Elke Loepthien und Lena Lange…

Magst du mehr übers Trauern lesen? Hier geht’s zu unserem Blog-Artikel…

Interessierst du dich allgemein für Ritualarbeit? Hier kannst du mehr über unsere 1,5-jährige Ausbildung erfahren….